Wie es hineinsplittert 3

Unser dangastischer Hofmaler Franz Radziwill (er ruhe in Frieden) war 1933 in die NSDAP eingetreten. Deshalb wurde er in Dangast, dem Zentrum seines Groß- und Spätschaffens, immer mal wieder angegriffen und speziell von unserem Großpolitikaster Karl-Heinz Funke nicht nur nicht honoriert, im Gegenteil (da spielten familiäre Abgründe eine Rolle). Im Laufe der uns überrollenden radziwillschen Bilderflutwellen, derer man hier nicht entfliehen kann, wurde der Maler so gut wie rehabilitiert, und seine begehbare Wohnhäusigkeit, genannt „Biografie“, ist heuer als Touristenmagnet sowie als Imagepolitur des Nordseebades wohlgelitten.

1938 belegten ihn die braunen Socken mit einem Ausstellungsverbot. Unser Franz fand das gar nicht fein. Er wandte sich ab von dem verbrecherischen Nazigesindel, an dem er bis dahin, abgesehen von dessen Kunstauffassung, nicht viel auszusetzen hatte. So kann man es nachlesen.

Das sind olle Kamellen. Für mich bleibt trotzdem die Frage: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? War des Franzens Abkehr von den Nazis der Grund für das Ausstellungsverbot, oder war das Verbot der Grund für seine Abkehr?
Ei oder Huhn, Huhn oder Ei: Wüsste man die Reihenfolge, dann würde… hätte… könnte… sich auch nichts ändern. Ein religiöses Problem. Vielleicht der Grund, warum Franz später metaphysische Motive in seine Bilder gepflockt hat.

Ach, ich wende mich lieber dem Maler Horst Janssen zu, der Ikone aller Großsäufer.

Oh je.


 

Hatte ›Steini‹ Steinmeier uns beizeiten mit dem Thema ‚Heimat‘ in den Schlaf gelangweilt (ich hatte mich darüber bereits ausgelassen, → Heimat), so muss Aussensiggi Gabriel noch eins draufgeben und uns zusätzlich zur Klamotte ‚Heimat‘ auch noch mit dem rechten Schlagwort ‚Leitkultur‘ die Ohren vollsuseln, ohne zwingenden Grund, nur so aus einem Geile-Karriere-Impuls heraus, so vermute ich, aus Sucht nach Aufmerksamkeit und zum Beweis, dass es der Schulz Martin nicht drauf hat. Sondern er selbst, wie er selbst es nachweisen muss. Damit jede Dumpfnase den Geruch von Machtgier einsaugt wie eine Linie weißen Zeugs. Und ebenso benebelt wird. Dazu noch das Geheuchel von der alles stabilisierenden Groko und der angeblichen Verantwortung der Gewählten vor dem Wähler, die so ausgelegt wird (vom Gewählten): Die Wähler wollten zwar keine Groko, aber wir wissen es besser. Wozu da noch Wahlen? Da wende ich mich lieber meinem Hund zu. Der kann es auch, nee besser. Sabbern.


 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s