Der Kunstrasen – ein Öko-Traum

Das Vareler Ökowunder ‚Kunstrasenplatz‘ und die CDU

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Vareler CDU hält an ihrem Versprechen fest, den Fußballern einen Kunstrasenplatz zu bescheren. Punkt. Currywurst-Schröder hätte gesagt: Basta! Zwar stand der Ex-Bundesregent für die SPD, aber hier in Varel übernimmt die CDU die aufklaffende Leerstelle für die Wurst-, ach Blödsinn, die Plastikbeschaffung und -verlegung. Großflächig. Denn so ein Fußballplatz überdeckt – Länge x Breite – auf fast 7000 m² das Areal. Die 7000 m² werden erstmal mit einer elastischen Schicht (auf Erdölbasis) abgedeckt. Darauf wird der ebenfalls (logisch) 7000 m² große Plastikrasen ausgerollt.
Scheißrechnung, mag die CDU grummeln, Länge x Breite, wir sind doch keine Mathefuzzis oder Rentenberater oder Mengenlehrer, sondern politische Entscheider jenseits der blöden Gruselzahlen. Nein, wir haben einen viel größeren Hammer auf der Latte, mit dem wir das Umweltproblem aus der Welt schaffen, nämlich den Füllstoff, sprich das Granulat. Denn das Teufelszeug haben wir, die Ökopartei per se (klopf, klopf auf die eigene Schulter) aus dem Rasenprojekt rausgeschmissen, so ein Gift- und Mikrokram kommt uns nicht mehr in die Taktiktüte. Allenfalls Quarzsand oder Kork. Voll unbedenklich. Damit könnte man sich glatt einseifen, es unter die Achsel schmieren, in den Tee schütten oder an die Schweine verfüttern: null problemo, oben rein, unten raus, keine Rückstände.
Bei der Verfüllung von Quarzsand könnten Verbrennungen für die Fußballer auftreten? Dann eben Kork.
Die Korkressourcen sind begrenzt und schweineteuer?
Na wenn schon, im Endeffekt bekommen wir einen sauberen Rasenplatz aus umweltfreundlichem Plastik, einen Öko-Traum auf 7000 m².

Hat da jemand Öko-Alptraum gesagt? Öko-Trauma?

Was sagt eigentlich King Christian, Häuptling zu Varel, zum ökologischen Sündenfall Kunstrasenplatz? Den FridaysForFuture-Schülern hatte er seine volle Unterstützung angedient. Das heißt doch, dass er den Kunstrasen strikt ablehnen müsste, wollte er den Schülern nicht in den Rücken fallen. Jetzt gilt es, Rückgrat zu zeigen. So wie die CDU.
So ein Mist aber auch.

Moin

Nachtrag:
Den obigen Beitrag muss ich korrigieren. Statt 7000 m² Plastikrasen müssen 7500 m² verlegt werden, wie Onkel Schneider, der Referent bei der Info-Veranstaltung am 25. Juni verriet.

Bei dieser Veranstaltung wurde klar, dass alle beteiligten Politiker den Bau des Kunstrasens schon vorraussetzten und sie nur noch wie paralysiert auf das Teufelszeug Granulat stierten, auch die Grünen und die anderen Oppositionsparteien. Abgewägt wurde nur, welches Granulat ‚umweltfreundlich‘ sei, nicht aber, ob die Tonnen an ausgelegtem Plastik überhaupt noch zeitgemäß sind und alle ökologischen Bemühungen konterkarieren. Es kam noch nicht einmal die Frage auf nach dem ökologischen ‚Fußabdruck‘ bei der Herstellung des Kunstrasens sowie der elastischen Schicht darunter und deren Entsorgung. Wahrscheinlich hätte Onkel Schneider wohl wieder herumgetönt, dass die Behauptung von einer Umweltbelastung nur „Blödsinn“ sei.

Insofern sehe ich den Kunstrasen bereits als eingetütet. Man kann die Diskussion darüber gut und gerne als – sorry – Verarschung bezeichnen.

Tja.

Moin.

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