Eckernförde. Die Zweite.

Ein Törn durch Eckern & Förde

Sig Sauer-Feuerwaffen, wallende Gewänder, düstere Auftaucher, grausige Dialoge (siehe Tage in Eckernförde): Das kann doch nicht alles gewesen sein mit dem Ort, dessen Indigene »die Eckern fördern«, wie sie schmunzeln, wenn sie die Segel heißen zum Törn über die Bucht, zum Tanz ausgelassener Wind- und Wasserspiele.

Und sie segeln bei jedem Wetter, ob im Süd oder Western, zwischen Sand und Kasten, mit oder ohne geblähte Linnen, mit oder ohne Ruder, mit oder ohne Mast: Wo und wann immer der Eckernförderer aufschlägt, beginnt er umgehend zu Segeln, zu Rudern, zu Paddeln, zu Lenzen, zu Kreuzen und zu Navigieren, und er steckt seine Nase in den Wind und ruft »Ahoi« oder auch »Wasser marsch«. Wer in Eckernförde über ein Boot stolpert oder gegen eine Yacht prallt, der ahnt, wo er gelandet ist: in Eckernförde.

Kein Wasser unterm Kiel? Dafür gibt es auch kein Wasser über dem Kiel. Eine win-win-Situation.




Vor der Brandung der wilden Ostsee weiß der Yachtbesitzer aus Eckernförde sich zu schützen: Mit einer Barriere, die seine Lagune einhegt. Darinnen läßt es sich schön seetörnen, und wenn eine starke Brise mal Wasser ins Boot schlägt, liegen Eimer und Töpfe bereit zum Lenzen. Das Pillepalle der aufgewühlten Natur entlockt dem Einheimischen nur ein rauhes Lachen.




Hier hat ein Eckernförder Kap-Hoorn-Umrunder seine ›Elisabeth‹ auf Reede gelegt, oder, wie Insider sagen, »an die Kandare« genommen. Ausbruchsversuch zwecklos.




Gegen den Wind kreuzen lernen die Eckernförder Buben und Mädel schon im Gebärmutterkanal. Dabei wird die Yacht »auf Kante gefahren«.



Die Segel sind gesetzt. Jetzt fehlt nur noch eine steife Brise und vier Gummiräder unter dem Kiel.

Wie man hört und gar nicht mehr staunt, kommt der Eckernförder mit Paddeln statt Händen zur Welt, ähnlich dem Neufundländer mit seinen Schwimmhäuten zwischen den Zehen.

Vielleicht ein Grund, warum er mit seiner Seefahrerromantik zu Enttäuschungen und, sagen wir es ruhig, zu Fehlleistungen aufgelegt ist. Sein tollkühnes Projekt ›Seilbahn mit Sessellift rüber zum U-Boot-Kai‹ scheiterte nicht am Einspruch der Marine, sondern an doofen Touris, die mit ihren Strandkörben im Weg standen.

Seilbahn mit Sessellift: der Zeit um zwei Längen voraus.


Eine Solarstation am Strand sollte die Fischräucherei am Hafen mit Kohlekraft heizen. Hat nicht geklappt. Warum?

Photovoltaikpark: Zukunftsmusik, in der noch irgendein Fehler steckt.


Seltsame Flugobjekte auf Stangen: Mit dem Fernrohr kommt man den Außerirdischen auf die Spur, das macht Sinn, wenn auch nicht für jeden.










Die folgende Skulpturengruppe verarbeitet künstlerisch ein Ereignis, das für Gesprächsstoff an den heimischen Sprottennäpfen sorgte: Ein Eckernförder Bub hatte seiner Angebeteten stolz ein Dickpic gepostet. Die Maid erblindete.


Hier lacht der Eckernförder:

Kein Photoshop-Fake


Bewerbung auf Eckernfördisch

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