Fußballstar Erling Haaland macht es, Gwineth Paltrow ebenso: Vor dem Schlafengehen kleben sie sich den Mund mit einem Pflaster zu. Weil sie dadurch einen gesünderen Schlaf erzielen und sich besser regenerieren, kurz, um am nächsten Tag fitter zu sein. Mouth Taping sei das beste »Wellnesstool«, schnorchelt die Paltrow ins Internet, und somnambul angeschickert folgen die Schnarchnasen aus den asozialen Netzwerken ihrem Taping Tutorial. Das Mouth Taping verspricht durch die Decke zu gehen, und es nimmt nicht wunder, dass auch da getaped wird, wo ein Loch im Eimer ist, dear Henry.
Der nächste Taping-Hype aber scharrt schon mit den Hufen. Werfen wir einen Blick in die Welt der Fitness-Tapes:
Nose Taping Anstelle der mouth wird die nose zugetaped. Wir müssen durch den Mund atmen und können viel viel mehr Ausdünstungen und Ablagerungen in unsere Lungen blasen, auch den Restqualm vom letzten Joint, der uns in einen regenerierenden Schlaf wiegt. Nebeneffekt: Man riecht nichts (und merkt auch nichts).
Empfehlung: Das Nose Taping auf die Bürostunden ausweiten. Der Gestank des After Shave vom Vorgesetzten kann einem dann gestohlen bleiben.
Ear Taping Vor dem Zubettgehen die Ohren abkleben. Nun hört man nichts als ein leises Rauschen und vernimmt den eigenen Schnarchterror nicht mehr. Die Nachtruhe ist gesichert, die Ehefrau kann ja in der Badewanne schlafen.
Eye Taping Die Augen werden akkurat zugetaped. Was man nicht sieht (Einbrecher, Bettgefährte, Schimmel an der Tapete), stört einen nicht, und der Nachtschlaf kann in die REM-Phase eintreten.
Penis Taping Ersetzt das Kondom. Fitness ohne Reue! Darauf hätte Haaland auch kommen können, wenn er beim Mouth Taping nicht eingeschlafen wäre.
Poly Taping 1 Ears und eyes werden mit einem Rund-um-den-Kopf-Tape verschlossen. Effekt: Man hört durch den Mund, Heavy Metal fungiert als Zahnreiniger. Der Krach wird durch die im Mund eingelagerte Knoblauchfahne geboostet und in das Körperinnere abgeführt. Dort löst er Herzrasen aus, gekoppelt mit periodisch wiederkehrenden Schnarchwellen. Am Morgen blüht ein weißer Belag auf der Zunge, der den Schlund einengt. Den Wecker hört der Schnarchende nicht, dafür reißen Atemaussetzer ihn aus seinen Alpträumen (Gyrosfolter, Ouzoflutung). Eine Regeneration von den Qualen der Nacht wird durch ein Mouth Taping beim nächsten Bettgang eingeleitet. Ein ewiges Werden und Vergehen.
Poly Taping 2 Mouth und nose werden luftdicht vertaped. Nun heißt es, durch die Ohren zu atmen. Der positive Effekt dabei: Die Ohrenhaare filtern (wie zuvor die Nasenhaare) Kleinstlebewesen, flockende Schmutzpartikel und jede Menge CO2 heraus, sogar die herumfliegenden Haare der Katze und, jetzt kommt’s, die Schnarchgeräusche des Mieters aus der Nebenwohnung. Gesünder lässt sich nicht atmen resp. in den Schlaf tapen.
Super Taping Angelehnt an die drei weisen Affen des Konfuzius: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Augen, Ohren und Mund werden abgetaped. Dann warten, bis eine Erleuchtung zutage tritt mit Pauken, Honigkerzen und Konsonanten. Da man nichts hört, sieht und sagen kann, bleibt einem die Erleuchtung erspart, und man kann die Tapes ohne den befürchteten Schaden wieder abreißen.
