To go or not to go

To go kriegt man heuer fast alles: Den Kaffee to go sowieso, das war der Anfang, dann aber auch schon mal den Bauzaun to go, ungelogen, hab ich selbst gesehen am Straßenrand, da dachte ich natürlich sogleich, hoppla, einen Bauzaun hab ich ja noch gar nicht, hoffentlich ist der noch to go zu haben, sonst könnte ich mir ja gleich den Strick nehmen, der soll auch irgendwo to go sein als Selbstmörderstrick to go, doppelter Knoten, mit Garantie für den Tod to go, manno, das gabs früher nicht, da musste man zum Kolonialwarenhändler Schmurckel & Gebrüder, und der hätte einem die Flausen aus dem Schädel gekloppt, aber weiter: Car2go, ja was, da denkst du stante pede an die Rockgruppe U2, nur wird dort die 2 wie too gedacht und ausgesprochen, nicht wie to, also falsche Fährte. Bleiben wir beim to wie beim traditionellen Coffee to go, und da fällt uns eine Kirchengemeinde um den Hals mit dem Inserat Taufe to go, eine andere steht dem nichts nach mit Aschekreuz to go, eine Art Fasten to go bzw. Nix Essen to go, ein Widerspruch in sich, denn wie soll man etwas, was nix ist, mitnehmen? –  und wenn ich so frei sein darf: Dazu beim Krankenhaus um die Ecke sollte man eine Krebsoperation to go anbieten, wenigstens aber ein Multiples Organversagen to go, damit sich das Aschekreuz lohnt, diesem Assoziationsblitz für den Abfall to go vom Krematorium, gemeint ist natürlich die Urne to go, was rede ich denn. Ein Geschäftsmodell auch für Polizei (Knöllchen to go), Gymnasium (Abitur to go) oder künstliche Befruchtungsstation (Schwangerschaft to go). Bei Hart aber fair to go fällt mir allerdings nur noch Dümmer gehts nümmer to go ein oder ebenso elegant Dümmer als vorher to go. Beim Produkt Chor to go wiederum kann man sich keinen Shantychor nach Hause mitnehmen, wie der Name suggeriert, sondern nur ein Liederbuch, da hat der Chorleiter wohl zu viel Genever to go geschlürft oder sich bei Dümmer gehts nümmer to go schlau gemacht. Richtig satt auf die Verbalharmoniepauke hat das ARD Olympia Podcast gehauen. Statt AOP to go verstolpert sich die ARD gebührenpflichtig in eine Go to Tokio to go, da juckt einem langsam die Hasskappe to go vor soviel knatterblödes to go-Gefurze. Gut, Müll to go kennt jeder aus dem Plüschgedönsladen und Übler Gestank to go aus AfD-Parteisitzungen, dagegen kann man nix machen, höchstens die Nase zuhalten to go oder Kotzen to go (gratis am Eingang des Sitzungssaals). Das Letztere macht keinen schönen Eindruck, dagegen ziehen wir mit Beauty to go ins Gefecht, wobei Häßlich wie ranzige Butter to go für die getunten Schmierlappenvisagen und KI-generierten Grinsegesichter aus Boulevard, Fernsehen und sozialen Medien angeboten werden sollte als Kontraindikation to go bzw. Kontrastmittel to go, muss ich mir noch überlegen to go, vielleicht ein Startup to go ins Spiel bringen. Mit der 2, sprich to, siehe oben bei Car2go, müht sich auch MrWissen2go ab, oh Graus, gibt es denn kein generelles To go abschaffen to go, welches darauf trainiert ist, alles, was to go daherkommt, zu zerbomben, zu atomisieren und ins Weltall zu jagen?

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