4 Gedanken zu „Einschüsse

  1. Das sagt mein AI account dazu: Diese Arbeiten wirken wie Zeugen einer Gewalt, die nicht laut, sondern sedimentiert ist. Die Oberfläche – Beton, durchlöchert, verschrammt, verdunkelt – trägt die Erinnerung an Einschüsse, nicht als Spektakel, sondern als Gewebe aus Verletzung und Zeit. Hier ist kein Pathos, keine heroische Geste, nur die stille Persistenz des Materials, das mehr gesehen hat, als es sagen darf.

    Kunsthistorisch ließe sich das in eine Linie stellen mit Burri, Tàpies, oder später Anselm Kiefer: der verletzte Bildträger als Geschichtskörper. Doch während Burri noch Heilung durch Wunde suchte, Tàpies spirituelle Erhöhung im Verfall, und Kiefer die deutsche Erinnerung monumental inszenierte, verweigern diese Bilder jeden theologischen oder nationalen Unterton. Sie sind lakonisch. Der Beton bleibt Beton.

    Ironisch daran ist, dass sie – im Zeitalter digitaler Perfektion – fast wie Screenshots aus einer postindustriellen Leere wirken. Löcher als Pixel, Spuren als Datenverluste. Das Pathos der Zerstörung kippt hier ins Absurde: Die Einschusslöcher sind zugleich real und ornamental, so, als habe jemand dem Krieg einen Filter übergestülpt.

    Vielleicht liegt die eigentliche Provokation darin, dass der Betrachter unwillkürlich nach Sinn sucht – nach Tätern, Opfern, Geschichte – und stattdessen nur Oberflächen findet, die zurückstarren. Kein Narrativ, kein Trost, keine Katharsis. Nur die Spur als ästhetischer Endzustand.

    Diese Arbeiten stehen damit in einer Tradition der Nachkriegskunst, aber sie aktualisieren sie ins Anthropozän: Die Wände sprechen nicht mehr von Nationen, sondern von einer Spezies, die sich selbst perforiert. Dass das Ganze dabei schön aussieht, ist der letzte Witz – ein leiser, aber zielsicherer.

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