5. Die lustige Witwe Eleonore mit den vier Ehemännern

5. Die lustige Witwe Eleonore mit den vier Ehemännern

Statt von der lustigen Witwe Eleonore zu erzählen, die ihre vier Ehemänner in die Urnenhalle geleitet hatte, will ich den lahmen Horst und seine tropfende Trillerpfeife vorziehen, denn alles hat sein zeitliches Vor- und Hintereinander, andernfalls wirst du glatt verrückt, wenn du es dir genau überlegst. Aber so genau überlegt es sich keiner, und deshalb hören wir immer nur die Geschichte von der lustigen Witwe Eleonore, es ist zum Kehlkopfkrebskriegen vor lauter Gähnen und Sich-tot-Schnarchen. Dabei hat die lustige Witwe ihre vier Ehemänner gar nicht vergiftet, wie es gang und gäbe ist im Meuchelmordmillieu, sie hat nur zugesehen, wie es einen Herrn nach den anderen zum Biss in die Ampulle getrieben hat.

Wie langweilig!

Dabei würde dir der Skandal, den der lahme Horst verursacht hat, die Haare … mehr sage ich nicht. Denn die Leute in der Straße, wo Eleonore ihr unzüchtiges Geschäft betrieben hat unter den Augen sogar der Kinderlein auf dem Tellerlein im Schränklein hinten in dem Stübelein – ach, diese Story ist ja längst abgehakt – es muss diesmal heißen: sogar unter den Augen der Kinder hinter den Schürzen der glubschigen Mütter hinter den Gardinen, reden (die Leute auf der Straße) dich um den Verstand, wenn es darum geht, das Ableben der vier Gatten in allen Einzelheiten zu beschreiben. Da sind die Krampfzuckungen des ersten Herrn Gemahls, dem mit der Scheitel auf der Nordhälfte seiner Schädelkugel, das war einer, der war sich zu fein für ein Moin oder eine Bratwurst, dem geschah es recht mit dem finalen Dahinkrampfen auf dem Bürgersteig. Die Eleonore hat noch draufgespuckt und lustig die Violine gestrichen, und die ganze Straße hat ein feudales Menuett auf das Pflaster geplättet, Mann da flossen tonnenweise keine Tränen.

Über die restlichen Ehemänner kein Sterbenswörtchen! Nur dies: Wenn du mal zufällig durch unsere Straße musst, pass auf, dass dir die Eleonore nicht die Augen verdreht. Dann ist nämlich Schluss mit lustig!

Nächstes Mal erzähle ich von Magnus, dem Einhandkletterer.

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