47. Das Fressen, der Hund und das Sabbern

47. Das Fressen, der Hund und das Sabbern

Die Vorveröffentlichung der neuen Krimistaffel unseres Heimatkrimiautors muss wegen des folgenden wichtigen Hinweises noch warten.

Wie man einem Hund was zum Fressen gibt
Wenn man einem Hund was zum Fressen geben will, sollte man so tun, als sei gar nichts.
Weil sonst, der Hund wird sabbern.
Weil, der Hund zieht seine Rückschlüsse: Wenn der Mensch so tut, als sei gar nichts, wird es gleich was zum Fressen geben.
Dann sabbert er. Er speichelt. Pawlow sei erwähnt.
Will man vermeiden, dass der Hund sabbert, wenn man ihm was zum Fressen geben will, sollte man einen Gesichtsausdruck tragen.
Der Gesichtsausdruck sagt: Jetzt gibt es nichts zum Fressen.
Der Gesichtsausdruck sagt: Langweilig. Es gibt nichts zum Fressen. Und auch sonst nichts.
Aber der Hund ist nicht dumm.
Er merkt sich, dass, wenn der Mensch einen Gesichtsausdruck trägt, der besagt, dass es nichts zum Fressen gibt, es gleich doch was zum Fressen gibt.
Dann sabbert der Hund.
Wenn der Mensch versucht, den Hund zu übertölpeln, indem er einen Gesichtssausdruck trägt, der sagt, dass es sehr wohl was zum Fressen geben wird, wedelt der Hund mit dem Schwanz.
Weil der Hund hat gelernt: Dieser Gesichtsausdruck signalisiert ebenfalls, dass es was zum Fressen gibt.
Dann sabbert der Hund.
Will man vermeiden, dass der Hund sabbert, wenn es was zum Fressen gibt, muss man jedes Mal einen neuen Gesichtsausdruck aufsetzen.
Aber der Hund ist nicht dumm.
Er merkt sich, dass jedes Mal, wenn der Mensch irgendeinen Gesichtsausdruck aufsetzt, es was zum Fressen gibt.
Dann sabbert der Hund.
Man kann sich auch, um den Hund zu täuschen, rückwärts dem Fressnapf nähern.
Doch der Hund ist nicht dumm.
Wenn der Mensch rückwärts zum Fressnapf geht – das weiß der Hund aus Erfahrung – will der Mensch den Hund täuschen, indem der Mensch so tut, als sei vorne was, hinten nicht der Rede wert.
Tatsächlich gibt es gleich was zum Fressen.
Dann sabbert der Hund.
Der Mensch kann sich auch verkleiden zum Zwecke eines Täuschungsmanövers. Er setzt sich einen Hut auf. Er zieht einen Rock über die Hose. Er pappt sich eine rote Clownsnase an. Inkognito betritt er das Zimmer mit dem Hundenapf und pfeift ein Lied, um den Hund abzulenken.
Aber da hat er nicht mit dem Hund gerechnet.
Denn der Hund denkt praktisch mit der Nase.
Die Nase des Hundes schlussfolgert aus dem Geruch des verkleideten Menschen, dass es gleich was zum Fressen gibt.
Dann sabbert der Hund.

Nächstes Mal Blut und Leichengeruch.

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