48. Horror, Blut & Leichenfäule Staffel I

48. Horror, Blut & Leichenfäule Staffel I

Dunkel, düster, bedrückend: Wer skandinavische Kriminalromane liest, kommt um die Einnahme von Antidepressiva nicht herum. Allein die Titel lassen schaudern: Verdammnis – Vergebung – Verblendung, oder auch Verheißung – Schändung – Verachtung. Wie albern dagegen die Titel deutscher Krimis: ›Der Hahn ist tot‹ oder ›Das Paket‹.
Dass es auch anders geht, beweist unser Heimatkrimiautor Hans-Erwin Fuchs. Mit der hier zum ersten Mal abgedruckten Krimireihe stößt er in die Premiumliga des Genres vor, weitere Sequels sind in Arbeit. Allein schon die Titel versprechen endzeitliches Grauen, der Plot aber verursacht Suizidgedanken, Stockholm-Syndrom und Dünnpfiffalarm.

Verspätung   Der Auftragskiller ›Babyface‹ Alfredo soll die schwer gesicherte Staatsanwältin und Mafiajägerin Annalena Bräsig auf ihrer Fahrt zum Friseur ermorden. Unauffällig setzt Alfredo seinen quietschgelben Lambo in eine Parklücke und wartet auf seine Chance, als eine Politesse an die Windschutzscheibe klopft. Versäumnis! Alfredo hat vergessen, die Parkuhr zu füttern, nun fehlt ihm das Kleingeld. Er rennt zum Geldwechseln zur nahen Drogerie, muss aber die Abfertigung der tüteligen 94jährigen Adele Koslowski abwarten. Endlich, Alfredo erhält soeben seine Münzen, da rollt die Kolonne der Mafiajägerin vorbei. Verspätung! Zu kurz gekommen erschießt Alfredo die Politesse.

Wird der schwer angesäuerte Auftraggeber von Babyface ihn in Zement eintüten und als Statue im Vorgarten aufstellen, damit der Hund sie anpissen kann und die Tauben darauf scheißen? Oder kann der Killer seinen Fauxpas wiedergutmachen und die Bräsig noch rechtzeitig ins Jenseits befördern?

Verblödung   Fliddersiel, ein verschlafendes Nest in Ostfriesland. Der Mafia-Pate Don Dildo von der Pizzeria ›Da Dildo‹ verfällt der Verdildung resp. Verblödung. Er verwechselt die Drogenwäsche mit Geldschmuggel und findet seinen vergrabenen Schatz nicht mehr. Da fällt eine Anzeige des Paketdienstes Amazon durch seinen Briefschlitz. Amazon sucht Zusteller. Don Dildo glaubt, dies sei die Tarnbezeichnung für einen Drogenkurier und bewirbt sich. Dort, in der Auslieferung, trifft er auf einen ihm bekannt vorkommenden Mitarbeiter. Es ist sein ebenfalls verblödender Killer ›Babyface‹ Alfredo, der das tut, was ihm seine Oma in Sizilien beigebracht hat: Passanten kidnappen, ihnen mit einem Teppichmesser die Daumen und Ohren abtrennen und diese in die Pakete legen. Die beiden vermuten im jeweils anderen die Mafiajägerin Annalena Bräsig, die sich als Undercover-Agentin eingeschleust hat. Verwechslung! ›Babyface‹ Alfredo stürzt sich auf die Bräsig, um sie zu vergewaltigen. Erst beim Vollzug der Ehe merkt er, dass da was nicht stimmt. Er zieht seinen Deringer aus der Socke und schießt der falschen Ratte Bräsig ins Knie. Don Dildo erwacht kurzzeitig aus seiner Verblödung, sieht sein Knie bluten, blickt in den rauchenden Colt seines Ex-Killers und fällt in ein Koma. Versteifung! ›Babyface‹ Alfredo verschnürt den Hilflosen in ein Paket und schickt dieses an die Pizzeria ›Da Dildo‹ im ostfriesischen Fliddersiel, um die Mafiajägerin Annalena Bräsig auf eine falsche Fährte zu locken.

Wird die Bräsig auf die Finte hereinfallen? Und wird Don Dildo der zuschnappenden Schlinge des Gesetzes wieder einmal den Mittelfinger zeigen?

Verrentung   Wegen seiner Verdämlichung wird der Ex-Killer ›Babyface‹ Alfredo von Amazon in Rente geschickt. Doch er will es ein letztes Mal wissen. Er überfällt einen Schuhladen, schnappt sich einen Gummistiefel und stürmt hinaus ohne zu bezahlen. Das war knapp. Leider hat Alfredo seinen Rentenantrag falsch ausgestellt, und die Rente wird an einen Don Dildo überwiesen, wohnhaft in der Pizzeria ›Da Dildo‹ in Fliddersiel. Die scharfsinnige Mafiajägerin Annalena Bräsig kommt ›Babyface‹ auf die Schliche. Alfredo hat nun nicht mehr viel Zeit. Er grübelt lange nach, warum er nicht mehr viel Zeit hat. Sehr lange. Vergrübelung! Bis der Ortspfarrer Martin einen Besuch beim Grübelgreis abstattet. Der Pfarrer nimmt den Verwirrten bei der Hand und besorgt ihm eine Unterkunft im Altersheim der Diakonie.

In der Staffel II des kriminalistischen Meisterwerks unseres Kaltenhavener Thrillerautors Hans-Erwin Fuchs (nicht zu verwechseln mit Karl-Peter Wolf, ja wo sind wir denn!) wird in drei Folgen … nein, nein, nein, verraten wird hier nix.

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