2. Die Kakerlake mit dem Holzbein

Sie hatte eine seltenen Namen, die Kakerlake mit dem Holzbein. Man rief sie »Eugen!« Nicht wie der russische Statthalter Onegin, der wiederum nicht zu verwechseln ist mit Eugen Onegin, dem von dem Puschkin, na, das wäre ja noch schöner. Nein, unser Onegin war ja noch gar nicht geboren. »Eugen, Eugen!«, riefen die Kinderlein auf dem Tellerlein im Schränklein hinten in dem Stübelein, »Eugen, Eugen, heut musst du dich verbeugen!« Weil der Statthalter, der mit dem Namen Onegin, vorbeigeritten kommen sollte, aber wie soll das gehen, er war ja noch gar nicht geboren. Und deshalb dachte die Kakerlake mit dem Holzbein, wenn der Onegin nicht kommt, brauche ich mich auch nicht zu verbeugen. Aufgebracht riefen die Kinderlein auf dem Tellerlein im Schränklein hinten in dem Stübelein: »Onegin, Onegin, er will sich nicht verbegin«. Mit verbegin meinten die Kinderlein auf dem Tellerlein im Schränklein hinten in dem Stübelein das Wort verbeugen, aber wegen der Reims haben sie daraus verbegin gemacht, wer hätte das gedacht. Eugen, die Kakerlake mit dem Holzbein jedenfalls ist nicht darauf gekommen und hat eine Wut gekriegt und hat ihr Holzbein abgeschnürt und dieses um sich geschwungen und in die Ecke des Stübeleins geschleudert hin zum Schränklein und auf das Tellerlein und hat mit ihrem Holzbein die Kinderlein ins Jenseits befördert. Auf diese Weise ist die Kakerlake Eugen die frechen Kinderlein losgeworden und ihr Holzbein dazu.

Nächstes Mal erzähle ich, wovon ich eigentlich erzählen wollte, nämlich wie die Kakerlake Eugen mit dem Holzbein sich in einen Hosenknopf verliebt hatte.

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