Land contra Stadt – 8

Kaum vergleichbar: Landleben gegenüber der Erbärmlichkeit großstädtischer Getriebenheit. Und wieder muss der Berliner als Maß urbaner Entwesung herhalten.

Sport  Genaugenommen braucht der Matschländer keinen Sport. Er trainiert sowieso täglich seinen Körper mit Tätigkeiten, die seinem Daseinszustand Sinn, Grandezza & Offenbarung stiften als da sind: Kühe, Ziegen und Touristen durch die Gegend treiben, die Axt zum Gruße schwingen, den Heuballen zum Bahnhof rollen bzw. in die Güllegrube, im Plumpsklo nach dem Wurme angeln und vieles andere mehr. Zur Wiedergewinnung seiner Kräfte als auch zur Entspannung schmeißt der Friese am Wochenende den Kloot,

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lässt die Boßelkugel in den Graben platschen oder gegen das dümmlich abgestellte Auto eines Berliner Maulaffen prallen. Die Blechbeule wird mit einen „Free herut!“ kommentiert, aus rauhen Kehlen dem Naturhaften abgetrotzt. Schäden an Gartenzäunen werden repariert, indem der Verursacherboßler dem Anwohner einen Schnaps vorbeibringt. Am Ende des Wettzerstörens treffen sich die Mannschaften in der Kneipe zum gemeinsamen Bier & Korn-Heben, ein Sport, der den ganzen Mann fordert und das Memmenhafte des Städters verderbt aussehen lässt.

Von modischen Fitness-Magazinen angetrieben gelüstet es dem Berliner Smartbubi,

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seine kadaverweißen Muskelknötchen optisch zu pimpen, um beim Klubbesuch damit zu posen und zu prunken.

 

 

 

 

Dazu watschelt er in die Muckibude,

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ächzt unter der Last eines Kilogramms und säuft Proteingetränke, bis er den Verstand verliert, der ihm eh nicht zu eigen war. Es ist ein peinliches Gehampel an martialisch sich gebenden Geräten, sinnfrei, denn wozu braucht der Mensch Muskelmasse wenn nicht zum Kühe & Touristentreiben, zum Heuballenrollen oder zum Bier & Korn-Heben? Abseits jeglichen Sinnes & Zweckes joggt und hantelt sich der Berliner durch das Nichts seiner Nichtigkeit.

Bewertung: zu peinlich, um wahr zu sein.

Polizei  Der Stempel des Generalversagens, den der Großstädter, hier stellvertretend der Berliner, von Geburt an ahnungslos als Totem auf seiner Physiognomie mit sich herumschleppt, wird durch eine jahrelange Praxis untermauert (BER!), die bis in die Polizeistationen und -reviere hineinsickert. Verschlampungen bei der Aufklärung des Anschlags auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, Korruption in den Siechstuben, Pardon: Dienststuben, kriminelle Polizeibewerber, Disziplinlosigkeiten auf der Polizeiakademie, gesundheitsgefährdende Zustände auf den Polizeischießständen, Schmiergelder bei Drogenhandel und Glücksspiel: eine Aneinanderreihung typisch Berliner Charakterhavarien, ein düsteres Menetekel, das über den großstädtischen Tropf & Selbstverherrlicher schwebt, welches der Landbewohner, hier der Friese, fremdbeschämt zu übersehen versucht, bemüht, diese identitätsstiftende Fäulnis nicht an sein Herz gelangen zu lassen.

Hier im Matschland fühlt sich der Friese sicher aufgehoben in den starken Armen des Dorfwachtmeisters, der sich nicht zu schade ist, ein Auge zuzudrücken, wenn Hinnerk Janssen mit 4 Promille auf seinem Fahrrad in den Grodengraben steuert, denn der Hinnerk steht für Anstand sowohl bei der Freiwilligen Feuerwehr als auch beim Boßelverein, und mit einem guten Schluck Köm ist das kleine Maleur aus der Welt. Manchmal rutscht der „Dorfsheriff“, wie er liebevoll genannt wird, selbst mit 3 Promille in den Graben zu dem dort bereits wartenden Hinnerk Janssen, so dass sich nach ländlicher Kombinatorik die Promillewerte auf die Glückszahl 7 summieren, kein Grund zum Feiern, aber oho.

Berlin reißt sich den Arsch auf, um die gradlinigen Landpolizisten abzuwerben, aber daraus wird nichts, aus dem gleichen Grund, den der Berliner mangels Masse zu erwerben wünscht: Charakterstärke.

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