Land contra Stadt – 10

Als Prototyp des Großstädters spielt der Berliner die Idealbesetzung. Wie bewährt er sich gegen seinen Antagonisten, den Landbewohner?

Hinterlassenschaften  Wenn der Berliner seine Wohnung verlässt, tritt er als erstes in einen Scheißhaufen.

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Es ist nicht die Hinterlassenschaft seines Nachbarn oder eines Berliner Urgesteins, obwohl diese Vorstellung sich aufdrängt, wenn man auf einen großstädtischen Scheißhaufen stößt. Nein, wir erblicken eine Hundewurst,

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die zum Hineintreten einlädt, und der Berliner lässt sich nicht lange bitten. Sein eigener Hund kackt einen Haufen daneben, damit auch der Nachfolgende zu seinem Recht auf das In-den-Scheißhaufen-Treten kommt.

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Inzwischen hat sich eine Sportart etabliert, die als „Berliner Scheißhaufen-Hopping“ weitgehend das Jogging ersetzt und auch auf andere Großstädte übergreift. Die flächendeckende Überkotung von Berlin übersteigt die Fantasie eines normalen Menschen (des Friesen), der sich nicht vorstellen kann, dass in der Hauptstadt jeder Hund hinscheißen darf, wo ihn grad der Durchfall plagt, öffentliche Gebäude und Supermärkte nicht ausgenommen. Niemand bückt sich, um den Kot wegzuräumen, denn der Berliner hält sich für die Krone der Schöpfung und deshalb für bückungsunwürdig. Da Form und Geruch der Hundewürste ihn an das Zeug erinnern, das zuhause in seiner Bratpfanne schmurgelt,

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speichelt der Berliner beim Anblick eines Kothaufens in kulinarischer Vorfreude – grad wie ein Pawlowscher Köter. Als Sahnehäubchen spuckt er das Fäkalwort „Icke“ obendrauf und setzt sein Gestänker über die Schwaben fort, die den Gehweg verunreinigen. Dabei können die Schwaben nicht entfernt mit der Scheißhaufenproduktion der Hunde mithalten. 55 Tonnen Hundekot pro Tag, das will erst mal zusammengeschissen werden. Berlin: eine Scheißstadt im wahrsten Wortsinn.

Wenn der Landbewohner mit seinem Bello Gassi geht, herrscht eitel Freude, Beifallklatschen & Schnack. Auf der Berme, im Moor, im Matsch oder auf der Weide können die possierlichen Bullterrier, Rottweiler und Schäferhunde genüsslich auskoten, ohne jemanden zu belästigen oder zu zerfleischen. Der aufkeimende zarte Duft verbindet sich mit dem würzigen Güllearoma auf den Feldern zur geschmacksknospenfreundlichen Schmeichelei. Sollte sich doch einmal ein behaglicher Bernhardiner auf den Gehweg entleeren, ruft die Bürgerpflicht, sprich, der Friese schaufelt das dampfende warme Fuder in mehrere Kotbeutel, bis wieder ein Durchkommen möglich ist und der Verkehr nicht mehr umgeleitet werden muss. Die Beutel verschwinden diskret hinter den nächsten Gartenhecke. Anstand ist hier kein Fremdwort.
Berliner Überkotung gegen friesische Reinlichkeit? Das Bewertungspendel kennt nur eine Richtung.

Kriminalität  Dass der Großstädter 24 Stunden am Tag in der Furcht ausharrt, jeden Moment von marodierenden Streetgangs geköpft, ausgeraubt oder wenigstens vergewaltigt, angespuckt oder nicht beachtet zu werden, reicht ihm als Bestätigung, sich als Kosmopolit und urbaner Geist zu plakatieren. Wenn er nachts zum Späti schleicht, um sich mit Nichtsnutzigkeiten vollzuplündern, spürt er das Grauen im Nacken, die tödliche Gefahr hinter den stinkenden Mülltonnen und aus den vollgepissten Seitengassen, sofern er überhaupt etwas spürt, was bei dem ihm eigenen Sensibilitätspegel, der unter Null & Nachweis vor sich hindämmert, kaum vorstellbar ist. Und wieder werden Autos abgefackelt, Chaoten prügeln ohne Grund auf Passanten ein,

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dazu Messerstechereien, blutige Bandenfehden, Migrationskriege, Lastwagenattacken auf Menschenansammlungen, Graffiti, die zum Mord aufrufen, Diebstähle, Einbrüche, U-Bahn-Massaker, illegale Cannabisplantagen, herumfliegende Pistolenkugeln, zivilisationsverletzender Berliner Dialekt, vor Hass zerfressene Taxifahrer und und und, Vorkommnisse, zu denen der Berliner sein Kläffgebiss bleckt, um Lobeshymnen herauszureihern wie „Dit is knorke“ oder „Berlin, ick liebe dir“, womit er sich selbst, den Fehltritt der Evolution, treffend auf den Punkt bringt: Ein empathiefreier Zellhaufen,  der sich an der vor krimineller Energie vibrierenden Schandheimat delektiert.

Auch das Matsch- und Nebelland ist vor Kriminalität nicht gefeit. Hie eine Radlerin, deren Rücklicht nicht geht, dort eine Dame, die „vergessen“ hat, die Flasche Köm auf das Kassenband zu legen. Schüler, die bei Rot die Straße überqueren. Hausbesitzer, die den Bürgersteig nicht fegen. Vordrängeln an der Fleischtheke. Delikte, die der Friese gern aus dem Bewusstsein verdrängen würde. Aber so einfach ist das nicht.

 

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Gewalt auf dem Lande: Kein Rücklicht

Der Radlerin droht eine Verwarnung sowie Fahrverbot in der Fußgängerzone, und die „vergessliche“ Dame muss die Flasche Köm aus eigener Tasche bezahlen. Eskalieren kann die Gewalt auf dem Lande, wenn im Dorfgasthof ‚Deutsche Eiche‘ erregte Jungbauern um die rote Roswitha buhlen. Da fällt auch schon mal ein Schimpfwort.
10 Minuspunkte für die Großstadt, nur 1 Pluspunkt für das Landleben

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