Wo die Träume blühen

Wo die Träume blühen

Als ich letztens den Versuch unternahm, mit Empathie und tiefer Zuneigung den Querdenkern und Coronaleugnern Beistand zu leisten, fiel mir im Nachhinein auf, in welch einer wunderlichen Welt sie doch leben müssen, eine Welt, durch die wir als Kinder träumerisch gewandelt sind: die Welt der Märchen und Mythen, Alice im Wunderland, später die Harry-Potter-Fantasien und die literarischen Universen des Jenseitigen, bei denen Logik, Empirie, Solidarität und physikalische als auch soziale Gesetze nichts gelten. Das hätten wir uns vor Jahren nicht ausmalen können, und ich schreibe dies keineswegs mit Häme im Rucksack.

Was für eine Bühne: Die Pandemie rafft Menschenleben dahin, aber es existiert eine Parallelwelt, die dies als unanfechtbare Ausgeburt der Lügenpresse anprangert. Ich gehe davon aus, dass die Querdenker ihre Kinder nicht zur Schule schicken, denn in der Lügenpresse wurde von ›Schulanfang‹ und ›Präsenzunterricht‹ geflunkert, alles Fake News. Ist die Staatsschule (Zwangserziehung!) nicht eh ein Brutkasten für Indoktrination und Gehirnwäsche? Wie flirrend bunt mag es im Alltag der Parallelweltbewohner zugehen? Misstrauen sie dem geimpften Gemüsehändler (Büttel der Diktatur), der womöglich Biontech in die Möhren injiziert hat? Bedeutet das Verspeisen von Äpfeln oder Grünkohl den sicheren Tod, denn das Apothekenblatt (Presse! Lügen!) empfiehlt den Verzehr ein wenig zu auffällig? Gibt es die neue Regierung überhaupt, oder wollen Lügenjournalisten davon ablenken, dass Bill Gates im Kanzleramt sitzt und Spritzen aufzieht? Kann man dem Schild ›Rathaus‹ an diesem Gebäude in Varel trauen, wo doch jeder wissen muss, dass Verschwörer falsche Schilder aufstellen, z. B. ›Impfzentrum‹ an einem Gebäude, in dem in Wirklichkeit die Menschen ausgerottet werden? In den Zug nach Oldenburg steigen? Um Gottes Willen, denn der fährt bestimmt zum Hauptquartier (Berlin) von Bill Gates, dem Massenmörder.

Ich stelle mir diese Parallelwelt als Reich des Grauens vor. Ein Land, wo der Boden unter den Füßen wegschwimmt und der Mensch sich selbst zum Feind macht, ein Land, in dem Alpträume blühen und die Angst in alle Glieder kriecht. Hoffentlich bringt wenigstens das neue Jahr ein wenig Freude hinein.

Euer Heinzi

(Friesländer Bote, 30.12.2021, letzte Seite)

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