»Einen Wettbewerb müsste man ausschreiben.« Dieser Vorschlag kam von Heiner Merklein, dem liebestollen Finanzbeamten aus Kaltenhaven, der eher dafür bekannt war, sich als Köder, Erfüller und Vollstrecker weiblicher Begierden herzugeben statt sich für die Belange der Stadt einzusetzen. Als Grund darf vermutet werden, dass der aufrührerische Disput über die Runen auf dem Grenzstein an den … Weiterlesen 55. Der Wettbewerb – Das Rätsel der Runen
Kategorie: Gute Nacht – Geschichten
54. Die 1000-Jahr-Feier I
Erster Anlauf Zurück nach Kaltenhaven, der Stadt, an dem die Eulen unvorhanden sind und die Internetexperten unlangsam zu Gange kommen. Um das jetzt unerwähnte Unthema nicht unvollends abzuhaken und dieses »un« vor diesem und jenem, eine Manier, auf die ich unfrüher noch eingehen werde, zu begraben, wende ich mich ab und sammle mich. Keine Frage, … Weiterlesen 54. Die 1000-Jahr-Feier I
53. Ihr Herz hört nimmer auf zu lieben
Eine regelrechte Raserei in Sachen Liebesroman hat die Kaltenhavenerin Autorin Amalie von der Straaten erfasst. Wie ein Beserker wuchtet sie Schicksal auf Schicksal in die Tasten ihres Laptops. Wir kommen kaum nach, ihre weltliterarischen Explosionen aus Leidenschaft, Erotik, Kondolenzen und tränenversackte Gefühlseruptionen zu veröffentlichen. Unser Ratschlag: Eine Großpackung Kleenex vorhalten. Amalie von der Straaten Ihr … Weiterlesen 53. Ihr Herz hört nimmer auf zu lieben
52. Der Märchenonkel kommt
Wie jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit besucht der Märchenonkel die ›Mondschaukel‹, die Kindertagesstätte von Kaltenhaven. Die Kinderlein warten schon ungeduldig, denn der Märchenonkel mit seinem Zottelbart hat immer ein aufregendes Weihnachtserlebnis in seinem Rucksack, und auch die Eltern, die sich diesmal dazugesetzt haben, freuen sich auf die Lesung, wenn auch mit klammen Ahnungen. Doch dem Märchenonkel … Weiterlesen 52. Der Märchenonkel kommt
51. Sein letztes Wort
Amelie von der Straaten im Rausch der Romantik! Die Schriftstellerin aus Kaltenhaven beweist mit ihrem zweiten Roman, dass sie in der Welt der Literatur nicht umsonst als Königin der Herzen gefeiert wird. Kein Happy End diesmal, keine liebestrunkenen Küsse, sondern Schicksal, Herzklopfen, große Gefühle und zarte Anspielungen. Amalie von der Straaten Sein letztes Wort Hin- … Weiterlesen 51. Sein letztes Wort
50. Die Nacht mit dir
Statt die Historie Kaltenhavens auszubreiten, um das genaue Gründungsjahr zu eruieren, muss hier von einer sensationellen literarischen Entdeckung berichtet werden, die die Stadt Kaltenhaven in den Orkus der internationalen Aufmerksamkeit geschleudert hat. Die Rede ist von Amalie von der Straaten, keine 56 Jahre alt und schon der shooting-star eines literarischen Genres, das derzeit wie ein … Weiterlesen 50. Die Nacht mit dir
49. Horror, Blut & Leichenfäule Staffel II
Entlüftung Altkiller ›Babyface‹ Alfredo trifft beim Bingo im Gemeindesaal der Pfarrei auf einen anderen früheren Boss, den Gülle-Baron ›Stinky‹ Meier. Keiner erinnert sich an den anderen, vorsichtshalber erwürgen sie sich. Bevor sie sich aber erwürgen, treffen sie sich heimlich in der Besenkammer, um Mordpläne auszuhecken. ›Stinky‹ Meier erinnert sich an einen gewissen Mafia-Paten namens … Weiterlesen 49. Horror, Blut & Leichenfäule Staffel II
48. Horror, Blut & Leichenfäule Staffel I
Dunkel, düster, bedrückend: Wer skandinavische Kriminalromane liest, kommt um die Einnahme von Antidepressiva nicht herum. Allein die Titel lassen schaudern: Verdammnis – Vergebung – Verblendung, oder auch Verheißung – Schändung – Verachtung. Wie albern dagegen die Titel deutscher Krimis: ›Der Hahn ist tot‹ oder ›Das Paket‹. Dass es auch anders geht, beweist unser Heimatkrimiautor Hans-Erwin … Weiterlesen 48. Horror, Blut & Leichenfäule Staffel I
47. Das Fressen, der Hund und das Sabbern
Die Vorveröffentlichung der neuen Krimistaffel unseres Heimatkrimiautors muss wegen des folgenden wichtigen Hinweises noch warten. Wie man einem Hund was zum Fressen gibt Wenn man einem Hund was zum Fressen geben will, sollte man so tun, als sei gar nichts. Weil sonst, der Hund wird sabbern. Weil, der Hund zieht seine Rückschlüsse: Wenn der Mensch … Weiterlesen 47. Das Fressen, der Hund und das Sabbern
46c. Der antike Grenzstein
Wer das Gründungsjahr von Kaltenhaven wissen will, braucht nur zum Grenzstein am Dreiländereck Kaltenhaven – Podagrabing – Renkendorf zu pilgern. Auf dem Stein sind die Ortsnamen sowie ihre Gründungsdaten eingemeißelt. Aber natürlich. Wie die Menschen so sind. Sie glauben nix. Sie zweifeln. Sie wissen alles besser. Heimatdichter Gregor Fuseler, der Brenner des Fuseler Darmbrandbeschleunigers, welcher … Weiterlesen 46c. Der antike Grenzstein
46b. Der Jäger, das Weib und der Treiber
Eine Moritat Der Jägersmann, der ist kein Freund vom Treiber, der durchs Dickicht streunt. Tot schießt der Jägersmann den Treiber und wirft ihn auf die Hasenleiber. Der Treiber haucht ein letztes Wort zum Jägersmann, den treibt es fort. Zum Weibe ziehts den Jagdgesellen, Sie soll die düstre Tat erhellen. Ach, klagt der Jägersmann dem Weibe, … Weiterlesen 46b. Der Jäger, das Weib und der Treiber
46a. Zwei Traktate
Wegen eines sehr traurigen Ereignisses (unser Hund Klopstock ist gestorben) bin ich derzeit nicht in der Lage, meine Recherchen über das wahre Gründungsjahr Kaltenhavens fortzuführen. Stattdessen möchte ich zwei Traktate wiedergeben, die seit längerer Zeit darauf warten, das Licht der Öffentlichkeit küssen zu dürfen. Flämisch Eijnen Artijkel in flaemischer Maniejer zu erstellen erfordert Sachkoendje und … Weiterlesen 46a. Zwei Traktate
45. Erste Erwähnung Kaltenhavens
Wann Kaltenhaven zum ersten Mal in den Büchern erwähnt wurde, ist umstritten. Die Daten über den Gründungsmythos variieren, je nachdem, wer die Hochheit über die historische Wahrheit für sich beansprucht. Besonders vehement setzt sich der Leiter der Bibliothek, Dr. Wegeleben, für seine Version ein, bei der ein Wanderschneider namens Jonathan Blattgold die entscheidende Rolle spielt. … Weiterlesen 45. Erste Erwähnung Kaltenhavens
44. Rajifas Freitod
Konzept eines Jugendromans, in dem Belehrung und Moralvermittlung Hand in Hand gehen. Heimatkrimiautor Hans -Erwin Fuchs überrascht hier mit einer Facette seines Könnens, von der er sagt, sie sei ihm quasi von der Feder gesprungen. Rajifa (ausgesprochen Chradschiffah, hier lernt der Jugendliche frühzeitig die Aussprache fremdethnischer Menschen, Vorurteile werden abgebaut), Rajifa also, ein lesbisches Sintimädchen … Weiterlesen 44. Rajifas Freitod
43. Fische im Fenster
In der Schlossstraße, eine der beiden Hauptstraßen Kaltenhavens, die ihren Namen vom ehemaligen Schloss herleitet, welches als Sitz der alten Barone, Grafen und wasweißich wie die Herrscher damals tituliert wurden, auf dem heutigen Schlossplatz emporragte – man sprach von einer lichten Höhe des Turms des Westflügels von satten 45 Meter über dem Meeresspiegel … Mir … Weiterlesen 43. Fische im Fenster
42. Shanghai
Der Spruch »Ich geh mal nach Shanghai« hat in Kaltenhaven mehrere Bedeutungen. Allen gemeinsam ist die Ortsbestimmung: Shanghai liegt in der Hermann-Kramer-Straße. Oder anders gesagt, wer in Kaltenhaven Shanghai sagt, meint die Hermann-Kramer-Straße. Der legendäre Hermann Kramer, ein ehemaliger Bürgermeister des Ortes und somit Vorvorvorgänger von Bürgermeister Christian Woltersleben, hatte sich einen unsterblichen Ruf als … Weiterlesen 42. Shanghai
41. Das Wanderloch
Mitten in der Hochsaison, alle Ferienwohnungen waren belegt und die Hotels ausgebucht, entdeckte Frau Gabriele Korten es. »Guck mal«, sagte sie zu ihrem Gatten Franz-Georg, »da ist ein Loch.« Sie hatten den sonnigen Tag genutzt, um die Sehenswürdigkeiten Kaltenhavens zu besichtigen, waren aber von der empfohlenen Route abgekommen und in einem Außenbezirk gelandet, der als … Weiterlesen 41. Das Wanderloch
40. Die Zettel
Ehe ich zu der Episode komme, bei der ein Loch in Kaltenhaven für Unruhe gesorgt und die Leute ins »Geistige gestürzt hat, welches dem Muttergeistigen entspringt wie ein Bock dem Schlachtekoben« (Bürgermeister Christian Woltersleben), muss ich auf die Anspielung von Opa Krakau eingehen, der von »diesen Zetteln« sprach, die neuerdings überall auftauchen. Mit Zetteln allein … Weiterlesen 40. Die Zettel
39. Den Kürbis auf den Wasserturm tragen
Um den Tourismus anzukurbeln und die Wirtschaft zu stärken, richtet das Marketingbüro von Kaltenhaven jährlich mehrere Wettbewerbe und Events aus. Das Kürbisfest etwa verbindet gärtnerische Erfolge mit sportlichen Ambitionen. Wer den größten Kürbis herbeischafft, wird zum Kürbiskönig gekürt. Diese Ehre verbucht seit Menschengedenken Bauer Ferdi Jabusch für sich. Kein Kaltenhavener kann sich an einen anderen … Weiterlesen 39. Den Kürbis auf den Wasserturm tragen
38. Eine kurze Geschichte des Augenblicks
Erst war nichts. Dann war der Augenblick. Danach war wieder nichts. Nächstes Mal erzähle ich vom alljährlichen Kürbisfest.
37. Jazz in der Pumpe
Wer inzwischen zu der Überzeugung gelangt ist, Kaltenhaven sei von Verrückten besiedelt, liegt aber sowas von daneben. Hier pulsiert das normale Leben wie überall. Die schon beschriebenen Vorkommnisse ... ja gut, aber mal ehrlich, dampfen nicht in jeder Stadt ein paar Leichen im Ratskeller und in den Dachstühlen, schamvoll bedeckt mit dem Sargdeckel des Schweigens? … Weiterlesen 37. Jazz in der Pumpe
36. Die zwei Leben von Opa Krakau
Über das Leben von Opa Krakau, dem erdgeschossigen Bewohner des Angerhauses, kursieren zwei Versionen. Einmal seine schon erwähnte Karriere als Spion im Dienste einer Geheimorganisation, genauer gesagt die des Iwans. Fidi Finkelstein, der Bratenbruzzler von Kaltenhaven, verbreitet diese doch recht abenteuerliche Legende vom mordenden und konspirierenden Agenten, angeblich von Kriminalkommissar Wenzel Stubbe während eines ausufernden … Weiterlesen 36. Die zwei Leben von Opa Krakau
35. Die Predigt
»Eier!« rief Pastor Eckerle. Sein Blick wanderte über die Köpfe der Kaltenhavener Kirchgänger, sprang über die Reihen, stieg hinten empor zum Rundfenster über der Eingangstür und blieb dort haften, während der ganzen Predigt, eine »entseelte Lichtbrechung im Auge des Taifuns«, wie Bürgermeister Christian Woltersleben in seiner gewohnt speziellen Bildsprache resümierte. Unter dem herausgeschleuderten »Eier« zuckten … Weiterlesen 35. Die Predigt
34. Die Untaten der Kohle-Twins
Dass die Kohle-Twins überhaupt wahrgenommen wurden, verdankten sie nicht ihrem Aussehen. Denn gesehen hatte sie noch niemand. Die Kaltenhavener hatten dafür nur eine Erklärung: Die Zwillingsbrüder kleideten sich vollständig in tiefstem Schwarz, traten nur in der Dunkelheit der Nacht ins Freie und schwärzten sogar ihre Gesichter mit Kohlenstaub, daher ihr Name Kohle-Twins. Und so, wie … Weiterlesen 34. Die Untaten der Kohle-Twins
33. Das Haus am Anger
Im Haus am Anger, kurz Angerhaus, wohnen drei Parteien. Zeitweise sollen sich dort aber bis zu 10 Wohnungsbetreibende aufhalten. Wenn die Kaltenhavener an dem Haus vorbeischlendern, halten sie ihre Nase zu. Es riecht. Höflich ausgedrückt. »Es stinkt wie Modder und Kadaver«, ekelt sich die Konditoreifachangestellte Theodora Rosenwinkel, »da drinnen gammelt Totfleisch, ich sag es.« Bademeister … Weiterlesen 33. Das Haus am Anger
32. Die Titteleier und das Nirvana
Ein heißdiskutiertes Thema in der kleinen Küstenstadt waren die selbstgedrehten Pillen des Apothekers Tittelbaum. Die einen schworen auf die Wirkung der ovalförmigen Kügelchen, auch Tittelbaum-Eier genannt, kurz Titteleier. »Mir haben sie die Lebensfreude zurückgebracht«, schwärmte Andrea, die Frau des Bademeisters Schlotterbeck. »Allerdings musst du höllisch aufpassen«, warnte sie ihre Nachbarin Karla Kropp, »eine Pille zuviel, … Weiterlesen 32. Die Titteleier und das Nirvana
31. Die Fortsetzung des Vorherigen
Die Neubürger hatten den Gemeindesaal verlassen, um dem Wunderwirken des legendären Sprechenden Hans beizuwohnen. Zurück blieben Bürgermeister Christian Woltersleben und die Ratsfrau Juliane Semmelweis, die vor dem Treppchen zum Podium zu ihm aufschaute. Der Ehrgeiz der Ratsfrau erschöpfte sich darin, zu jedem Auftritt des Bürgermeisters herbeizueilen und ihm wohlgesinnte als aus liebestrunkene Blicke zuzuwerfen. Den … Weiterlesen 31. Die Fortsetzung des Vorherigen
30. Das Tier im Wappen
Das Tier im Wappen Kaltenhavens geht auf eine Sage zurück, die in verschiedenen Versionen in der kleinen Küstenstadt kursieren. Im Rathaus wird eine offizielle Version gepflegt und weiterverbreitet, aber darüber streiten sich die Alteingesessenen. »Die Phantasie von Bürgermeister Christian Woltersleben hat mal wieder Purzelbäume geschlagen«, bekräftigen sie gegenseitig ihren Verdacht, ziehen einen Fingerhandschuh über die … Weiterlesen 30. Das Tier im Wappen
29. Eine ganz andere Geschichte
Eine ganz andere Geschichte ereignete sich im Nachbardorf Krödelow. Aber nicht nur dort. Eine ganz andere Geschichte ereignete sich auch in der Stadt Roßfelde, an deren Südflanke der Fluss Wapelau träge vorbeifließt, ohne Schäden anzurichten. Aber nicht nur dort. Eine ganz andere Geschichte ereignete sich weiter westlich, wo der Fluß Wapelau über einen Stein springt … Weiterlesen 29. Eine ganz andere Geschichte
28. Das neue Märchen
Eine in die Neuzeit katapultierte Version des Märchens ›Hänsel und Gretel‹ hatte der Heimatdichter Gregor Fuseler zu Papier gebracht. Nun fehlte ihm nur noch ein schlagkräftiger Titel, einer, der das Publikum quasi in den Abgrund riss, oder, wie Bürgermeister Christian Woltersleben geistreich von sich gab: »Die Schlagzeile wird eine Spalte ins Bewusstsein der Leser keilen, … Weiterlesen 28. Das neue Märchen
27. Der Sprechende Hans
In der vorigen Gute-Nacht-Geschichte hatte ich das seltsame Gebaren einer stillgelegten Telefonzelle angesprochen, die hinter dem Rathaus vor sich hinstank, anders kann man es nicht ausdrücken. Der Münzfernsprecher war längst abgebaut. Die Kaltenhavener hatten dem mit Rost angefressenen Häuschen den Namen ›Sprechender Hans‹ verpasst, und diese Bezeichnung bezog sich auf eine Unart der Rostlaube: Sie … Weiterlesen 27. Der Sprechende Hans
26. Eduard regelt den Verkehr
Zunächst muss ich auf den Sprechenden Hans eingehen. Mit diesem Ausdruck verbindet der Uneingeweihte vielleicht die Geschichte vom klugen Hans, dem Gaul, der rechnen konnte. Dem ist nicht so. Der Sprechende Hans von Kaltenhaven stand unbeweglich und unverrückbar hinter dem Rathaus, in Wurfweite einer dunklen Nische, dort, wo die Gutgelaunten, will sagen Angeheiterten und Angeschubberten, … Weiterlesen 26. Eduard regelt den Verkehr
25. Die Grübelmonster wehren sich
Als Else-Marie, die vom Heimatdichter Gregor Fuseler geschasste, besser gesagt, mit dem dicken Lehmann getauschte Ehefrau desselbigen, will sagen des Dichters, als Else also vom Pastor Eckerle geschwängert wurde (siehe G-N-G 23), ahnte niemand, dass mit dem Schwängerungsvorgang gleichzeitig die Entjungferung der Else-Marie einherging. Die Frage, wie das geschehen konnte, oder umgedreht, wie das nicht … Weiterlesen 25. Die Grübelmonster wehren sich
24. Der Bauchnabelpfeifer schlägt zurück
Theophrast, der Bauchnabelpfeifer von Kaltenhaven, hatte eines nachts eine Vision. Er sah sich im Triumph in die Stadt Hameln einmarschieren und den berühmten Rattenfänger gehörig eins zwischen die Rippen zwitschern. Theophrast fuhr schweißnass aus den Laken, warf die Zudecke zu Boden und presste einen Trillerton aus seinem Bauchnabel, der die Mäuse von den Wänden purzeln … Weiterlesen 24. Der Bauchnabelpfeifer schlägt zurück
23. Der mit dem Knüppel schwingt
Der dicke Lehmann war von masurischer Herkunft mit einem Schuss russischer Grenzübertretung. Das Schwingen eines Knüppels gehörte seit seiner Geburt zu seinem intuitiven Handling, man kann sagen, es wurde ihm in die Wiege gelegt, so wie die Zigeunermama ihrem Sprößling die Gitarre ins Bettchen steckt, damit er einmal einem Django Reinhard das Wasser abgraben kann. … Weiterlesen 23. Der mit dem Knüppel schwingt
22. Die Knöllchen der Koslowskis
Das Ehepaar Koslowski, Griseldis und Hergen, hatte von frühmorgens bis abends damit zu tun, Knöllchen zu verteilen. »Es geht nicht an«, sagte Griseldis, »dass Fremde in Kaltenhaven eindringen und die Parkplätze besetzen zum Schaden der Einheimischen.« »Es geht nicht an«, antwortete Hergen. Er bevorzugte bei seinen Antworten die Wiederholung des Vorhergesagten. Da kann man nichts … Weiterlesen 22. Die Knöllchen der Koslowskis
21. Die Prozession der gehörnten Studienräte
Von den Eskapaden des liebestollen Finanzbeamten Heiner Merklein hatte ich schon erzählt. Niemand in der Kleinstadt Kaltenhaven war in der Lage, die Zahl der von ihm gehörnten Ehemänner an den Fingern einer Hand abzuzählen, nicht einmal zwei Hände reichten, und die üblichen Witzbolde am Stammtisch der Gaststätte »Goldener Frosch« mahnten die Hinzunahme der Füße zum … Weiterlesen 21. Die Prozession der gehörnten Studienräte
20. Blutrache
Die Blutspur führte über die Stufen des Eingangstreppe in die Praxis des Zahnarztes Diego Fratelli. »Wir brauchen nur noch der Spur zu folgen«, wandte sich Kriminalkommissar Wenzel Stubbe an seinen Vorgesetzten, den Kriminalhauptkommissar Carsten Carstensen, »dann haben wir ihn.« Sie standen auf dem Parkplatz vor der Praxis und nahmen die Personalien des Zahnarztes auf. Dieser … Weiterlesen 20. Blutrache
19. Das K-Loch und der Brunner
Wenn man vom Küstendorf Kaltenhaven aus ins Landesinnere fahren möchte, Richtung Südwest, hat man keine andere Möglichkeit, als den schmalen einspurigen Birkenweg zu benutzen. Er ist nicht ohne Grund als Einbahnstraße ausgewiesen, können sich hier doch keine Fahrzeuge begegnen, ohne in den Graben zu rutschen. Nach zweieinhalb Kilometern teilt sich die Straße. Wer weiterhin ins … Weiterlesen 19. Das K-Loch und der Brunner
18. Hurra, der Wanzenmann kommt
Darauf hatte das Küstendorf Kaltenhaven lange gebibbert und beinahe jede Hoffnung fahren lassen. Aber dann hatte Bürgermeister Christian Woltersleben alle Register gezogen, um Auftritt und Wandlung des berühmten Magiers an Land zu ziehen. Steuergelder wurden verschwendet, der Gewinn der Tombola für kurzundkrummbeinige Hafenveteranen wurde in eine schwarze Kasse umgeleitet und der Frontwagen des Karnevalumzuges beschlagnahmt, … Weiterlesen 18. Hurra, der Wanzenmann kommt
17. Wie einmal die Konditoreifachangestellte Theodora Rosenwinkel an der Trambahnhaltestelle Bergentheimer Nacktarsch dem Kundenbetreuer der Raiffeisenvolksbank Süd, Öztekin Demirbilek, auf den Fuß trat.
Es geschah am helllichten Tag. Öztekin Demirbilek, Kundenbetreuer der Raiffeisenvolksbank Süd, hatte sich wie jeden Tag an der Trambahnhaltestelle Bergentheimer Nacktarsch aufgestellt, um auf die Linie 14 zu warten. Er pflegte die Angewohnheit, sich immer exakt an die gleiche Position zu stellen, einen Schritt neben dem Infokasten des Trambahnbetriebes. Während der vielen Warteeinheiten der letzten … Weiterlesen 17. Wie einmal die Konditoreifachangestellte Theodora Rosenwinkel an der Trambahnhaltestelle Bergentheimer Nacktarsch dem Kundenbetreuer der Raiffeisenvolksbank Süd, Öztekin Demirbilek, auf den Fuß trat.
16. Seife auf dem Zwischendeck
Den Urlaub auf dem Kreuzfahrschiff hatte sich die Familie Gerstenreuther anders vorgestellt. Herr und Frau Gerstenreuther hatten geplant, die beiden Kinder im Spieleparadies abzuladen, um hernach in ihre Kabine zu entweichen, von wo aus sie durch das Bullauge das Treiben der vorbeiziehenden Tanker, Schaluppen, Flöße, Kanus und Fregatten beobachten wollten. Juliane Gerstenreuther, am Bullauge postiert, … Weiterlesen 16. Seife auf dem Zwischendeck
15. Der Daumen des heiligen Quartus
Der Daumen des heiligen Quartus liegt in einer Glasvitrine. Die Vitrine, rechts neben der Rezeption des Hotels »Goldener Frosch«, wird von zwei LED-Lampen angestrahlt und ist ein echter eyecatcher. Warum man das Hotel nicht »Goldener Daumen« genannt habe, fragen allerdings viele Hotelgäste beim Einchecken. Sie umringen die Vitrine und betrachten die Reliquie von allen Seiten. … Weiterlesen 15. Der Daumen des heiligen Quartus
14. Käsewürstchen und die sieben Bademeister
Jedes Jahr, drei Tage vor Heiligabend, findet in der Kreisstadt der Konvent der Bademeister statt mit Vorträgen, Diskussionen und Abstimmungen, und es gilt als offenes Geheimnis, dass die Bademeister wegen eines ganz anders gearteten Ereignisses herbeiströmen: wegen der Tagungspause zwischen 12 und 13 Uhr, bei der traditionell Käsewürstchen gereicht werden. Jeder der Bademeister aus den … Weiterlesen 14. Käsewürstchen und die sieben Bademeister
13. Der liebestolle Finanzbeamte
Heiner Merklein, Finanzbeamter, Bierdeckelsammler und erotomanischer Gesell, konnte nicht anders. Sein Liebesdrang schwappte über, schon wenn er von weitem die Stimme einer Frau vernahm. Hitzig sprang er dann von seinem Bürostuhl auf, stieß den Becher Kaffee um und raste ungestüm zur Tür, um nachzuschauen welch frauliches Wesen da auf dem Flur seiner harrte, bereit, seinem … Weiterlesen 13. Der liebestolle Finanzbeamte
12. Wie der Mehlsack durch die Fahrprüfung fiel
Aus dem Mehlsack rieselte es. Rechts unten, da, wo die Naht die Bohlen der Wohnstube berührte, hatte sich eine Handvoll Mehl angehäuft. »Mehlsack!«, hatte der Bauer Ferdi noch gerufen, »deine Leckage wird dir bei der Fahrprüfung zum Verhängnis werden. Denk daran, der Fahrlehrer Kuno, der auch der Traumatische genannt wird, kennt kein Pardon, wenn es … Weiterlesen 12. Wie der Mehlsack durch die Fahrprüfung fiel
11. Der Felsenvorspung, der rückwärts zählen konnte
Ihr Streit dauerte bereits drei Wochen. Die Stereoboxen im Wohnzimmer des Pastors Eckerle konnten das Keifen einfach nicht lassen. Kaum hatte die eine einen Ton herausgeorgelt, pfefferte die andere eine Antwort, die die Ohren der nicht anwesenden Pastorentochter Emilia hätte glühen lassen vor Scham. Selbst draußen vor dem Haus nahmen Passanten das Gemetzel der Zwillingsboxen … Weiterlesen 11. Der Felsenvorspung, der rückwärts zählen konnte
10. Ein Brataal für das Himmelreich
Monotone Gebete, aus allen vier Ecken der Sankt-Hades-Kapelle hervorwispernd, überdeckt von der kräftigen Damenbass-Stimme der Nonne Eugenie: Die Messe zu Ehren der Großnichte des schamlippigen Fischers Geroldson war im vollen Gang, als die Tür aufgerissen wurde und der Berittmeister der Großnichte hereinstolzierte, den Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr im Schlepptau. Furchtsames Erwarten schloss die Münder, und … Weiterlesen 10. Ein Brataal für das Himmelreich
9. Das Schreibwarengeschäft am Ufer des Kokomambo
Im Jahr 1872 wanderte die Familie Schnepfle aus, um ihr Glück in der Ferne zu suchen. Vater Rupert, Mutter Bertha, Tochter Eliane, 8 Jahre alt, Sohn Gerhard, 6 Jahre. Sie überquerten den Ozean, reisten zu Lande weiter, stiegen auf ein Dampfboot, schipperten den Kokomambo hoch und siedelten an einer seichten Uferstelle. Vater Schnepfle hielt sich … Weiterlesen 9. Das Schreibwarengeschäft am Ufer des Kokomambo
8. Die Ratte Riebesehl mit dem Höcker
Auf das Knochenwerfen war die Ratte Riebesehl zufällig gekommen. Freilich, ganz abwegig war der Gedanke nicht, denn überall in den Kanälen, wo die Ratten ihre Tanzvergnügen abhielten, klapperten abgenagte Knochen, und mürbes Gebein lag kreuz und quer auf dem Parkett. Wer darauf trat, brach sich die Beine wie seinerzeit das Tangopaar Emil und Marietta, die … Weiterlesen 8. Die Ratte Riebesehl mit dem Höcker
7. Die Laubsäge, deren Geburtstag ins Klo fiel
Die Laubsäge aus der Preppergasse Numero 17 hatte vom Briefträger Emanuel den Auftrag bekommen, einen filigranen Kerzenständer aus dem Sperrholz zu sägen. Diesen wollte der Briefträger in Geschenkseide einwickeln, einen Adresszettel draufkleben und dann mit unschuldiger Miene der Laubsäge zustellen. »Guck an«, wollte Emanuel verwundert ausrufen, »was für ein hübsches Päckchen. Das riecht mir doch … Weiterlesen 7. Die Laubsäge, deren Geburtstag ins Klo fiel
6. Magnus, der Einhandkletterer
Wenn es denn nur die Einhandakrobatik des Magnus gewesen wäre. Schon da hätte das Publikum wegen seiner Kletterkünste herzbibbernd alle Augen herausgestaunt, sieh nur, wie der Magnus am Wasserturm hochkraxelt, mit der einen ihm verbliebenen Hand von Vorsprung zu Vorsprung in die Höhe klimmt, während drunten am Fuß des 70-Meter-Turms sich Ungläubigkeit breitmachen will, welche … Weiterlesen 6. Magnus, der Einhandkletterer
5. Die lustige Witwe Eleonore mit den vier Ehemännern
Statt von der lustigen Witwe Eleonore zu erzählen, die ihre vier Ehemänner in die Urnenhalle geleitet hatte, will ich den lahmen Horst und seine tropfende Trillerpfeife vorziehen, denn alles hat sein zeitliches Vor- und Hintereinander, andernfalls wirst du glatt verrückt, wenn du es dir genau überlegst. Aber so genau überlegt es sich keiner, und deshalb … Weiterlesen 5. Die lustige Witwe Eleonore mit den vier Ehemännern
4. Krüll, der Trötator
Töne in Tiere verwandeln? Man kann sich auch Haare ins Badewasser schmieren, hätte der Musiker Krüll dazu gesagt, und gelacht hätte er über soviel Unsinn. Aber es kam anders. Gute 67 Jahre hatte der Krüll schon auf dem Buckel und sich im Trötenorchester des Jägervereins vom einfachen Trötisten zum mächtigen Trötator empor-, sagen wir ruhig, … Weiterlesen 4. Krüll, der Trötator
3. Wie das Holzbein kein Glück in der Liebe hatte
Tatsächlich war es nicht Eugen, die Kakerlake, sondern ihr Holzbein, das sich in den Hosenknopf verliebt hatte. Eine tragische, eine unglückliche Liebe, das muss man sagen, denn der Hosenknopf war schon vergeben, genaugenommen verheiratet, und zwar mit keiner anderen als mit der berühmten Nadel im Heuhaufen, und da schlägst du die Hände über den Kopf … Weiterlesen 3. Wie das Holzbein kein Glück in der Liebe hatte
2. Die Kakerlake mit dem Holzbein
Sie hatte eine seltenen Namen, die Kakerlake mit dem Holzbein. Man rief sie »Eugen!« Nicht wie der russische Statthalter Onegin, der wiederum nicht zu verwechseln ist mit Eugen Onegin, dem von dem Puschkin, na, das wäre ja noch schöner. Nein, unser Onegin war ja noch gar nicht geboren. »Eugen, Eugen!«, riefen die Kinderlein auf dem … Weiterlesen 2. Die Kakerlake mit dem Holzbein
1. Der Esel Fritz mit dem ungeraden Auge
Es war einmal ein Esel, der Fritz, der ging zum Augenarzt, denn sein eines Auge saß nicht ganz gerade in seinem Schädel, so dass Fritz alles auf halbmast sah, und außerdem klöterte es blechern beim Nach-hinten-Gucken, da, wo Fritz die Ursache seines Sehfehlers vermutete. Doch ein Sehfehler spaziert nicht einfach von hinten um die Ecke … Weiterlesen 1. Der Esel Fritz mit dem ungeraden Auge

